Schritt für Schritt die Pulsfrequenz stärken - Pulsfrequenz: Tipps für ein starkes Herz Das menschliche Herz ist eine wahre Hochleistungsmaschine: Jeden Tag schlägt es etwa 100.000 Mal, in einem 70-jährigen Leben sind es rund 2,5 Milliarden Schläge, die bis zu 250 Millionen Liter Blut durch unsere Adern pumpen. Und das alles ohne Erholungspausen und in der Regel auch ohne Reparaturen. Die Häufigkeit, mit der das Herz in der Minute schlägt, kann man als Puls messen. Bei gesunden Menschen liegt die Pulsfrequenz zwischen 60 und 80 Schlägen in der Minute. Ist sie dauerhaft erhöht, wird das Herz über Gebühr belastet. Das ist besonders dann gefährlich, wenn das Herz bereits geschwächt ist. Herzinsuffizienz wird im Alter häufiger Eine solche Herzschwäche, in der Fachsprache Herzinsuffizienz genannt, tritt wie alle anderen […]




Herzschwäche

Mit der zunehmenden Lebenserwartung der Bevölkerung steigt auch die Häufigkeit, an einer Herzschwäche – in der Fachsprache auch „Herzinsuffizienz“ genannt – zu erkranken. Bei der Herzschwäche ist das Herz nicht in der Lage, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Dadurch wird die Blutzirkulation reduziert und die Organe im Körper werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Im Alltag kann sich der Sauerststoff-mangel u. a. durch Atemnot oder verminderte Leistungsfähigkeit bei körperlichen Belastungen sowie durch plötzliche Gewichtszunahme aufgrund von Wassereinlagerungen im Körper (Ödeme) bemerkbar machen.

Meist ist Herzschwäche die Folge einer Koronaren Herzkrankheit, bei der die Herzkranzgefäße verkalken und damit weniger Blut durch die Gefäße fließen kann, was wiederum zum Absterben von Herzmuskelgewebe und somit zum Herzinfarkt führen kann. Am zweithäufigsten wird Herzschwäche durch Bluthochdruck hervorgerufen, denn ein erhöhter Blutdruck erfordert vom Herzen eine erhöhte Pumpleistung. Aufgrund des hohen Kraftaufwandes verringert sich die Pumpleistung somit nach und nach. Daneben gibt es weitere diverse Ursachen, wie z. B. Herzklappenerkrankungen und Herzmuskelentzündungen, die zu einer Erkrankung an Herzschwäche führen können.

Erhöhter Puls ist bei Herzschwäche ein oft unterschätzter Risikofaktor, denn er hat wesentliche Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei der Ruhepuls, dessen Erhöhung bei Herzschwäche weit verbreitet ist: Der Anstieg der Ruheherzfrequenz kann die Lebenserwartung negativ beeinflussen. Die Senkung eines erhöhten Ruhepulses kann hingegen zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität und einer Verlängerung des Lebens führen.

Führen Sie daher regelmäßig Pulsmessungen durch, um Ihren Ruhepuls im Auge zu behalten.


Weitere Risikofaktoren für Patienten mit Herzbeschwerden




“Herzschlag – Motor des Lebens”

100.000 mal pro Tag – so oft schlägt das Herz eines gesunden Menschen.

Eine immense Leistung, die hauptsächlich durch den natürlichen Schrittmacher des Herzens (oder Sinusknoten) kontrolliert und durch das vegetative Nervensystem und die Stoffwechsel-bedürfnisse unseres Körpers gesteuert wird. Diese Leistung nehmen wir im Normalfall nicht wahr, denn ein ruhiger, kräftiger Herzschlag ist Teil der inneren Harmonie die unsere Lebensuhr antreibt. Der herzkranke Mensch hingegen nimmt sehr wohl die Veränderungen seines Herzschlages und die damit verbundenen Beschwerden, Angst, Schweißausbruch, Herzschmerzen und Luftnot, wahr.

Erhöhter Herzschlag kann Gefäßverkalkung begünstigen

In der Tat weisen eine Vielzahl wissenschaftlicher Arbeiten nach, dass der erhöhte Herzschlag die Entwicklung einer Gefäßverkalkung und die krankhafte Zunahme der Herzwand sowie gefährlicher Herzrhythmusstörungen als auch das Auftreten von Herzinfarkten begünstigt. Diese Untersuchungsergebnisse werden auch durch die Erfahrung in der täglichen Praxis bestätigt. Am Herzzentrum Duisburg behandeln wir jährlich 35.000 Menschen mit den verschiedensten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wobei der Schwerpunkt sicherlich auf der Behandlung von Patienten mit Herzkranzgefäßverkalkung und Herzinfarkt liegt. Gegen die Herzschmerzen und das vollständig verschlossene Herzkranzgefäß beim akuten Herzinfarkt hilft am besten der Herzkatheter und die Ballonaufdehnung, die die Blutversorgung des Herzmuskels wiederherstellt. Mit der Notfall-Behandlung ist es allerdings nicht getan, denn im Anschluss gilt es die Risikofaktoren für die Entstehung und das Fortschreiten der Gefäßverkalkung mit Medikamenten zu behandeln. Ebenso muss schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen vorgebeugt werden und bei den Menschen, die einen großen Herzinfarkt mit ausgedehnter Zerstörung von Muskelgewebe und damit Herzleistung mitgemacht haben, dem Fortschreiten der Herzschwäche Einhalt geboten werden. Schwerwiegende Herzrhythmusstörungen und die Herzschwäche bestimmen nämlich die Lebenserwartung der Menschen mit Herzkranzgefäßverkalkung oder koronarer Herzerkrankung (kurz KHK).

Der Ruhepuls als Indikator der Lebenserwartung

Zahllose Bevölkerungsstudien konnten eindrucksvoll belegen dass es einen engen Zusammenhang zwischen dem Herzschlag in Ruhe und der Lebenserwartung von Menschen mit einer koronaren Herzerkrankung gibt. Die Erklärung hierfür liegt sicherlich in einer Verlangsamung der Gefäßverkalkung und Verringerung des Sauerstoffbedarfs des Herzens mit der Folge einer verminderten Anzahl an Herzinfarkten und gefährlichen Herzrhythmusstörungen. Hauptsächlich erklärt sich die Verbesserung der Lebenserwartung durch die Tatsache, dass der größte Teil der Durchblutung der Herzkranzgefäße während der Entspannung des Herzmuskels (oder Diastole) stattfindet, in einer Phase, in der die Wandspannung deutlich niedriger ist als in der Pumpphase (oder Systole) und somit die Verlängerung der Entspannungszeit Vorteile in Bezug auf die Herzdurchblutung bietet. Aus diesem Grunde werden die Patienten mit erlittenen Herzinfarkten, z. B. mit Betablockern behandelt oder Menschen mit einem Vorhofflimmern mit z.B. Fingerhut-Auszügen oder Calcium-Hemmern wie Verapamil oder Diltiazem behandelt. Deshalb werden auch immer wieder neue Medikamente entwickelt, die über eine Verringerung des Herzschlages eine Verbesserung der Herzkranzgefäßdurchblutung und damit Verbesserung der Beschwerden und der Lebenserwartung zur Folge hat. Zudem bemüht man sich, die Nebenwirkungen der üblichen Medikamente, wie z. B. zu niedriger Blutdruck  oder Abgeschlagenheit, wie sie bei der Anwendung von Betablockern auftreten, zu vermeiden. Um besser verstehen zu können wie diese Medikamente wirken, ist es notwendig etwas über die Entstehung des Herzschlags und dessen Kontrolle durch das vegetative Nervensystem, die Stoffwechselbedürfnisse des Körpers oder die Wirkung von Medikamenten zu erklären.

Schrittmacher des Herzens

Beim gesunden Menschen wird der Herzschlag im natürlichen Schrittmacher des Herzens dem Sinusknoten, durch kleine elektrische Ströme in einem für diesen Zweck spezialisierten Herzmuskelgewebe im rechten Vorhof erzeugt. Es entstehen Stromstöße, die über die elektrische Leitung des Herzens, dem sogenannten atrioventrikulären Knoten und His-Bündel vom Vorhof in die Hauptkammern des Herzens übergeleitet werden. Der Schrittmacher und die elektrische Leitung werden direkt über das vegetative Nervensystem sowohl angeregt als auch gehemmt und indirekt über das Gehirn und verschiedene Druck- und Sauerstoff-Messeinrichtungen im Körper gesteuert. Normalerweise liegt der Herzschlag in Ruhe bei Werten um 60-80 Schlägen pro Minute, bei körperlicher Anstrengung jedoch bei Werten bis zu 180 Schlägen pro Minute. Im Schlaf oder bei Sportlern sinkt der Pulsschlag auch auf Werte um die 40-50 Schlägen pro Minute. Medikamente, die den Herzschlag beeinflussen setzen an verschiedenen Punkten an. Fingerhuthaltige Medikamente beeinflussen den natürlichen Schrittmacher direkt und bremsen seine Schlagfolge, während die Beta-Blocker den Sympathikus, d.h. den anregenden Arm des vegetativen Nervensystems blockieren und damit indirekt die Schlagfolge bremsen. Die Calcium-Hemmer hingegen verlangsamen die Fortleitung des Herzschlags in der elektrischen Leitung.